Sacro-Pop mit Gänsehaut-Feeling
„Neue Wege“ feierte 20-jähriges Bestehen im Pfarrzentrum St. Dionys
Durmersheim (la) – Hip Hop, Techno, Rock und Pop sind zwar die häufigsten Antworten auf die Frage nach dem Musikgeschmack, doch auch der weniger bekannte Sacropop (Poplied mit geistlichem Inhalt) hat im Laufe der Zeit seine treuen Fans gefunden . So begeistert seit nunmehr 20 Jahren die christliche Band „Neue Wege“ ihr Publikum. „Am Anfang stand die Idee, den Firmgottesdienst peppiger zu gestalten“, erinnert sich Dieter Janikovits, der schon seit 1980 religiöse Rock- und Popmusik macht. Nachdem sich die Formation 1987 zusammengefunden hatte, dauerte es noch weitere 4 Jahre bis der Bandname „Neue Wege“ anlässlich eines Auftritts beim Sacropop Festival im Dekanat Murgtal geboren wurde. Ursprung der Namensgebung sind die Menschen der Apostelgeschichte, die bereit waren einen neuen Weg mit Gott zu gehen. Aktuell besteht „Neue Wege“ aus 15 Chorsängerinnen und Sängern, sowie der fünfköpfigen Band.
Das abwechslungsreiche Programm der Geburtstagsfeier am vergangenen Sonntag im Pfarrzentrum St. Dionys lieferte einen Querschnitt durch das Schaffen und die musikalische Entwicklung der letzten 20 Jahre „Neue Wege“. Saskia Niedermann und Tina Schneemann, beide schon seit über zehn Jahren Mitglieder des Chors, übernahmen die Moderation und sorgten für eine gelassene, heitere Stimmung. Schon mit den ersten Themenblöcken Geburt und Hochzeit, in denen die Lieder einzelnen Menschen aus der Gemeinde gewidmet waren, wurde die fast schon familiäre Bindung zwischen Band und Publikum deutlich. „Meine Frau und ich haben vier Kinder, von denen zwei schon aktiv in der Band mitwirken. Mit meinen eigenen Kindern Musik machen zu können – das macht mich natürlich sehr stolz“, erzählt Dieter Janikovits. Bei den meisten Mitgliedern ist die ganze Familie in die Gemeinde integriert, wodurch die Gemeinschaft immer weiter wächst.
Auch bekannte Lieder wie „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo und „Deine Schuld“ von den Ärzten fanden Platz im bunten Programm. „Durch kleine Änderungen im Text haben wir unser eigenes Profil draufgesetzt“, erklärt Saskia Niedermann.
Zusätzlich zu den Gesangsdarbietungen, die auf die einzelnen Themenblöcke abgestimmt waren, kamen persönliche Erfahrungsberichte der Mitglieder hinzu. Diese berichteten offen über besondere Erlebnisse an Katholiken- und Kirchentagen, Freundschaften zu anderen Bands und unvergesslichen Konzerten vor bis zu 1000 Zuschauern. Für Gründer Dieter Janikovits ist die Verbindung, die die Musik zwischen den verschiedenen Altersstufen schafft, eine unbeschreibliche Erfahrung. „Ich freue mich wahnsinnig, wenn das musikalische Herz eines anderen genauso tickt wie meines“, sagt Dieter. Mit 46 Jahren ist er der Älteste, wobei das jüngste Mitglied erst 17 Jahre alt ist. Trotz der breiten Altersspanne herrscht eine ausgesprochene Harmonie, die Dieter Janikovits darauf zurückführt, das jedes Mitglied eigenständig Ideen entwickeln kann. Durch diese Spontaneität wird die Musik von „Neue Wege“ so variantenreich und authentisch.
Der Themenblock „Musicals“ widmete sich einem wichtigen Kapitel der Bandgeschichte. In den Jahren 1995 bis 1997 führten sie mehrmals das Rockmusical „Tabaluga, oder die Reise zur Vernunft“ von Peter Maffay auf. Aus dieser Erfahrung heraus entsprang die Idee ein selbst komponiertes Musical auf die Beine zu stellen. Im Jahre 2000 war es dann soweit: das in vollständiger Eigenregie erstellte Musical „DAVID, Mensch-Musiker-Gotteskind“ feierte Premiere. Mit 32 ausverkauften Vorstellungen in ganz Deutschland kann dies als der Höhepunkt des musikalischen Schaffens von „Neue Wege“ angesehen werden. „Ich kriege Gänsehaut, wenn ich nur den Namen David höre“, beschreibt Saskia Niedermann den persönlichen Bezug zum Musical.
Im letzten Themenblock drehte sich alles um die drei CDs, die „Neue Wege“ im Laufe der Jahre aufgenommen hat. Die aktuelle CD „Zuhaus“ umfasst 14 Titel, die Menschen jeder Altersklasse ansprechen sollen. „Während der letzten 20 Jahre ist unsere Musik viel reifer geworden und besticht vor allem durch die große musikalische Bandbreite“, erzählt Dieter Janikovits.
Nach einer Zugabe verabschiedete sich die Band von dem begeisterten Publikum symbolisch mit dem Lied „Geh’ Neue Wege“. Ganz nach diesem Motto hat sich schon eine neue Idee entwickelt: Das Musical „Jakob und Esau“ soll die nächste große Herausforderung werden.
Auf die Frage, was sich Dieter Janikovits für die Zukunft von „Neue Wege“ wünscht, antwortet er: „Ich hoffe dass wir in dieser Formation möglichst lange zusammenarbeiten können. Doch natürlich sind wir immer offen für neue Wege.“





Artikel und Bilder von Laura Amenta