
Jugendgottesdienst vom 4. Februar 2007
in St. Dionys um 10.30 Uhr
An den Anfang: Streitstelle vor Einzug Pfarrer:
Drei stehen an der Bahnhaltestelle, dazu kommt eine Gruppe und eine davon rempelt einen der beiden ersten an. Daraufhin bleibt die Gruppe stehen - und die, die gerempelt hat sagt, Ey, was willst Du von mir.
Dann sagt der der angerempelt wurde : „Nix“ Du hast mich angerempelt.
Dann sagt der erste : Hast Du Probleme (wirkt aggressiv)
Einer der zweiten Gruppe mischt mit:, „Mal ganz langsam“ und macht eine abwehrende Bewegung“.
Der Aggressive schubst den Einmischer der zweiten Gruppe und sagt: „misch Dich nicht ein“
dann kommt es zum
Handgemenge zwischen allen
Lied:
„ Schrei nach Liebe“ von den Ärzten
Begrüßung:
Pfarrer
Gebet: Keine Gewalt
Alex: Oft möchte ich zurückschlagen, wenn mich jemand verletzt hat.
Ich spüre in mir das Verlangen, den anderen mit Worten zu verletzen.
Ihm meine Überlegenheit zu zeigen. Ihn klein zu machen.
Doch danach fühle ich mich schlecht.
Anki: Ich kann dann nicht triumphieren, sondern ärgere mich über mich selbst.
Jesus, zeige du mir einen anderen Weg, auf Kränkungen zu reagieren !
Du hast denen, die keine Gewalt anwenden Heimat verheißen.
Aber wie werde ich fähig auf Gewalt zu verzichten?
Hannah: Ich brauche die Erfahrung, dass du in mir wohnst.
Dort wo du in mir wohnst, bin ich daheim.
Und wenn ich in mir selbst und in dir Heimat erfahre, dann dringen die Verletzungen nicht in mein Inneres ein.
Sie Berühren nur meine Gefühle.
Anne: Doch je tiefer ich in mich hinein gehe, desto weniger kränken sie mich.
Wenn ich die Heimat in mir Spüre, dann habe ich es nicht Nötig zurückzuschlagen.
Dann ahne ich, was Glück heisst: In dir zu ruhen.
In dir Heimat zu haben. Ganz im Einklang zu sein mit mir und dir, so dass mich keine Gewalt von außen vertreiben kann.
Kyrie: Johannes: Herr, manchmal übersehen wir Gewalt und trauen uns nicht einzugreifen
Pfarrer: Herr erbarme Dich
Andi: Vielleicht könnte man Gewalt verhindern, indem man offener auf Außenseiter zugeht, die sich
immer mehr in sich selbst zurückziehen
Herr erbarme Dich
Johannes: Herr, manchmal könnte ich vielleicht verhindern, dass andere gemobbt werden
Herr erbarme Dich
Gloria Lied:
Ich lobe meinen Gott Lied (65)
Pfarrer:
Tagesgebet
Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Johannes: Lesung: aus dem Buch Jesaja
Es kommt eine Zeit, da wird der Berg, auf dem der Tempel des HERRN steht, unerschütterlich fest stehen und alle anderen Berge überragen. Alle Völker strömen zu ihm hin.
Überall werden die Leute sagen: »Kommt, wir gehen auf den Berg des HERRN, zu dem Haus, in dem der Gott Jakobs wohnt! Er soll uns lehren, was recht ist; was er sagt, wollen wir tun!«
Denn vom Zionsberg* in Jerusalem wird der HERR sein Wort ausgehen lassen.
Er weist die Völker zurecht und schlichtet ihren Streit. Dann schmieden sie aus ihren Schwertern Pflugscharen und aus ihren Speerspitzen Winzermesser. Kein Volk wird mehr das andere angreifen und niemand lernt mehr das Kriegshandwerk
Lied: Schwerter zu Pflugscharen
Evangelium:
statt Predigt: zuerst Frage an Gottesdienstbesucher: ohne Warten auf Antwort
„Was hättet Ihr in der Situation vom Anfang getan, wie hättet Ihr reagiert ?“
Was hat sich der „Täter“ da herausgenommen ?
Aktion: (Wir wollen durch eine Aktion zeigen, dass wir gehalten werden, wenn wir unser Leben auf viele Säulen bauen). - 6 Säulen aus Jugendlichen: intakte Familie, Schule, Freunde – auch falsche, gewaltfreie, positive Gemeinschaft und Liebe/Glaube, - auf die Säulen legen wir ein Brett , auf welchem „DU“ steht. Die Jugendlichen stellen sich am Anfang der Aktion auf mit dem Rücken zur Gemeinde und drehen sich um, wenn ihr Stichwort kommt:
Anne: Wir erzählen jetzt die Geschichte von Frank (mit eigenen Worten):
- 13 Jahre alt als der Vater an Krebs stirbt
- Catharina geht weg (Liebe)
- Mutter verfällt in Depression / muss in Nervenheilanstalt – als sie zurück kommt kümmert sie sich nicht mehr, die Schwester sorgt für ihn, ist aber nur 3 Jahre älter als er und hat einen rechtsradikalen Freund – Andi geht weg ( Familie)
- Seine schulischen Leistungen waren bis vor dem Tod des Vaters und der Krankheit der Mutter o.k. gewesen, jetzt stürzt er ab, schwänzt und lernt nicht mehr, er wird aggressiver
- Johannes dreht sich um (falsche Freunde)
- Hängt sich an den Freund der Schwester, weil er in der rechtsradikalen „Gemeinschaft“ Führung erfährt, die er braucht – er produziert sich durch Nazi-Sprüche, fängt mit 14 an zu trinken, bricht die Schule ab
- Elena geht weg ( Schule/Ausbildung)
- In der rechtsradikalen Gruppe gibt es auch Probleme, er kommt mit dem Gesetz in Konflikt, als er zuschaut, wie jemand von einem seiner „Freunde“ zusammengeschlagen wird in Konflikt mit seinen „Kameraden“ bekommt Arbeitsstunden, leistet diese aber nicht ab und steht deshalb und wegen Fahren ohne Führerschein wieder vor Gericht
- Hannah geht weg (Gemeinschaft)
- Er hat keine Perspektive, vergräbt sich nur in Comics, versteht die Ideologie der rechtsradikalen eigentlich gar nicht, gibt anderen die Schuld für seine Situation
- David geht weg (Glaube) nur Johannes steht noch unter dem dann wackligen Brett
- Am 11.6.2000 schlägt und tritt er mit anderen auf den dunkelhäutigen, friedlichen Alberto Adriano ein, der 3 Kinder hat und bereits seit langem in Deutschland wohnte und arbeitete. 3 Tage später stirbt Alberto Adriano und Frank wird zu lebenslänglicher Haft verurteilt.
Johannes legt das Brett auf den Boden
Susanne: wir haben uns überlegt, was wir tun können, wenn wir merken, dass bei jemandem eine der Säulen oder gar mehrere anfangen zu wackeln. Wir stellen uns vor, dass das Leben aus vielen Säulen besteht, die uns tragen. Wenn Säulen wegbrechen durch z.B. Schicksalsschläge, der Tod eines Angehörigen oder wenn wir welche wegbrechen lassen, wird unser Leben wacklig. Es kann sein wie beim Kegeln, wenn einer der Kegel angestoßen und auf andere fällt die dann auch umstürzen zu Kettenreaktionen kommen. Wenn man Freunde hat, die meinen null Bock in der Schule sei cool und man z.B. in der Schule kaum etwas macht, hat man Schwierigkeiten eine Lehrstelle zu bekommen, dann hängt man rum, es fehlt die Perspektive und es fehlen Erfolgserlebnisse. Wenn man es sich mit Freunden verscherzt fehlt die Gemeinschaft, es gibt viele Beispiele.
Wir sollten aufmerksam sein, wenn jemand ins Abseits gerät, Hilfen anbieten oder wenn man an jemand nicht rankommt Hilfen vermitteln.
Jesus hat es uns vorgelebt, er hat sich aufmerksam umgeschaut und ist auf genau die Menschen zugegangen, die ausgestoßen waren und dringend Hilfe und Anerkennung nötig hatten.
Er bat uns, den Nächsten zu lieben. Und wenn wir selbst darüber nachdenken, ob wir auch schon Situationen erlebt haben, in welchen wir uns verlassen gefühlt haben, haben wir mehr Verständnis für Jungendliche, denen es gerade so geht.
Ich hab solche Situationen erlebt, wurde in der Schule z.B. weil ich nicht die modernsten Kleider trug gehänselt: Hochwasserhosen waren leider nicht modern - oder auch wegen meinem netten Nachnamen – wenn man Kaspar heißt, bietet sich das zum Lästern geradezu an.
Ich war so froh, Familie und auch Freunde zu haben, die mir Wärme und Zuneigung geschenkt haben.
Seit ich den Glauben an Gott gefunden habe, habe ich
Sicherheit im Leben gefunden, bin Teil einer Gemeinschaft die füreinander da
ist. So kann man auch schwierige Zeiten überstehen. Lasst uns füreinander
da sein und besonders Jugendliche, die noch unsicher und in der Entwicklung
sind und uns brauchen, in die Gemeinschaft holen, lasst uns Jesus Auftrag
uns ernst nehmen.
Glaubensbekenntnis:
Du bist der Weg
Fürbitten:
Kriminalität auf der Straße ist längst keine Seltenheit mehr. Bitte lass die Opfer den Mut finden, sich dagegen zu wehren und an die Öffentlichkeit zu gehen damit sie Hilfe finden.
Auch in der Schule ist Gewalt trauriger Alltag. Lieber Gott bitte gib den Menschen Kraft, die mir Ihrer Situation überfordert sind und hilf Ihnen, Menschen zu finden, die sich Ihrer Probleme annehmen.
Viele Menschen leiden unter Mobbing, psychischer Gewalt und ziehen sich immer mehr zurück. Bitte gib Ihnen die Stärke sich dagegen zu wehren und den Mut dagegen anzukämpfen.
Bitte Herr hilf uns stumme Hilferufe Anderer zu erkennen und gib auch uns Mut, zur Not gegen eine Gruppe jemandem beizustehen.
Bitte lieber Gott, lass uns im täglichen Leben mit Nächstenliebe mit Anderen umgehen
Immer mehr Menschen flüchten aus ihrer Heimat in Folge von Gewalt und Krieg. Bitte hilf Ihnen, Ihre Situation zu meistern und auch in der Fremde Freunde und Glück zu finden.
Gabenbereitung:
Lied: Liebe ist nicht nur ein Wort
Sanktus: Freude
Vater unser: Alle
Friedensgruß Shalom
Kommunion: Kriege
Gott segne uns, damit wir singen können,
auch wenn uns das Herz schwer ist,
damit wir sehen können,
auch wenn Tränen unsere Augen verschleiern,
damit wir hören können,
auch wenn unsere Ohren verstopft sind,
damit unsere Münder reden können,
auch wenn uns die Worte im Hals stecken bleiben,
damit wir gehen können,
auch wenn unsere Füße schleppend werden,
damit wir Gutes tun können,
auch wenn unsere Hände schmerzen.
Gott segne uns, denn Du schaffst Veränderungen,
die wir nicht mal ahnen.
Schweren Herzens können wir wieder singen,
und uns wird leicht ums Herz.
Unsere Tränen trocknen,
und unsere Augen sehen Deine überraschenden Wunder.
Unsere Ohren lauschen,
hoffend hören sie die Stimmen der Anderen.
Unser Mund öffnet sich,
er kann Dein Lob singen und trösten.
Unsere Füße gehen, und die Hände tun,
was der Tag von uns fordert,
wenn Du uns segnest.
Danklied: Wo ich auch stehe
Schlussgebet / Schlussworte Pfarrer
Segen Pfarrer
Auszug „Kyrie“