Jugendgottesdienst 8. Februar 2009
Mit „Neue Wege“, band und chor
Where IST the way
Anspiel mit ganz wirrem Licht
Während „Neue Wege“ schnelle, unruhige, hektische Musik spielt, laufen 5 Jugendliche (A - E) in der Kirche herum. Sie haben es alle eilig, rennen von einer Stelle zur anderen, bleiben kurz stehen, rennen weiter, setzen sich, um sofort wieder
aufzustehen, halten hektisch das Handy ans Ohr, schreiben wie wild SMS, kurz: Die
Szene ist von turbulenter Hektik bestimmt.
Stimme: Stopp!
Die Szene friert ein, d. h. alle erstarren in der Bewegung, in der sie gerade waren.
Die Musik hört auf zu spielen.
Ein weiterer Jugendlicher (F) kommt von der Seite und spricht einen der Erstarrten
(A) an:
F: Was ist mit euch los? Warum rennt ihr die ganze Zeit so herum?
A: Wir wollen etwas vom Leben mitbekommen. Es wird so viel geboten. Wenn wir da
nicht überall wären, könnten wir etwas verpassen.
F: Und, hast du den Eindruck, du bekommst alles mit?
A: Nein, nicht wirklich. Denn wenn ich irgendwo bin, dann fällt mir ein, dass ja
woanders auch etwas stattfindet, was vielleicht viel besser ist. Und so gehe ich weiter, kaum dass ich irgendwo angekommen bin.
F: Tut es dir denn da nicht gut, einmal etwas langsamer zu machen, an einem Platz zu bleiben?
A: Doch, einerseits schon. Aber andererseits... Ich könnte doch etwas verpassen.
Die Jugendlichen erwachen aus ihrer Erstarrung und gehen langsam zu den beiden
anderen hin.
Lied „Dieser Weg“
Dann sprechen sie das Kyrie
B: Termine, Termine, Termine. Morgens Schule, dann schnell was gegessen,
Hausaufgaben, Tennis, Gitarrenstunde. Und abends weg: Jugendtreff,
Bushaltestelle, Internet. An vielen Orten zuhause und doch nirgends richtig da.
C: Ich sehne mich nach einer halben Stunde am Tag, die nicht verplant ist, ohne
Action. Aber ständig ist was los.
Liedruf: Herr erbarme dich
D: Eindrücke, Eindrücke, Eindrücke. Beim Aufstehen das Radio, im Bus der mp3-
Player, in der Schule ein Vortrag nach dem anderen, am PC Grafiken, Bilder und
Worte.
E: Ich sehne mich nach etwas Ruhe und Zeit, damit sich die vielen Eindrücke setzen
können.
Liedruf: Herr erbarme dich
F: Menschen, Menschen, Menschen. Die Mitschüler, die anderen in der Clique, meine Familie, die Leute im Chat. Alle sind mir wichtig, und doch habe ich für kaum jemanden wirklich Zeit.
A: Ich sehne mich nach stabilen Beziehungen, nach Menschen, die einfach da sind,
und bei denen ich einfach da sein kann.
Liedruf: Herr erbarme dich
Begrüßung
Leiter (L): Herzlich willkommen, nach diesem Einstieg begrüße ich euch ganz herzlich zu unserem Jugendgottesdienst. Vielleicht geht es euch ähnlich wie unseren Akteuren hier vorne: Ihr seid am viel am Herumrennen, Planen und Machen - und habt doch das Gefühl, nichts wirklich ganz zu machen.
Wo ich bin, bin ich ganz - das steht als Motto über unserem Gottesdienst, und ich
hoffe, dass es uns gelingt, jetzt, in dieser Feier etwas abzuschalten und wirklich ganz
vor Gott und miteinander da zu sein.
So wollen wir zur Ruhe kommen und beginnen in seinem Namen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen
Lied „Ein Licht in dir geborgen“
Gebet
(nach einer kurzen Stille)
Guter Gott, wir haben uns versammelt bei dir. Du lädst uns ein, Ruhe zu finden – ohne Zeitdruck, ohne Stress. So bitten wir dich:
Hilf uns jetzt, ganz offen zu sein für dich, füreinander und für uns selbst. Sprich zu uns dein Wort, das uns Mut macht und bestärkt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und unseren Herrn. Amen.
Sprechspiel:
Erzähler:
Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt,
warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne.:
Sprecher1:
Wenn ich stehe, stehe ich;
wenn ich gehe, gehe ich;
wenn ich esse, dann esse ich;
wenn ich spreche, dann spreche ich.
Erzähler:
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten, dass sie das auch machen würden. Sie fragten, was er sonst noch täte.
Sprecher 1:
Wenn ich stehe, stehe ich;
wenn ich gehe, gehe ich;
wenn ich esse, dann esse ich;
wenn ich spreche, dann spreche ich.
Erzähler:
Wieder sagten die Leute,: das täten sie doch auch!
Sprecher
Nein,
wenn ihr sitzt dann steht ihr schon;
wenn ihr steht dann lauft ihr schon;
wenn ihr lauft,
dann seid ihr schon am Ziel.........
Lied: „Du bist der Weg“
Evangelium: Lk 9, 1 - 4
Kurze Gedanken zum Evangelium
L: `Wo ich bin, bin ich ganz. Das ist nicht leicht, gerade in unserer hektischen Zeit, wo wir viele Termine haben und jeder etwas von uns will.
Ich lade euch ein, einmal darüber nachzudenken, welche Situationen, Begegnungen
mit Menschen oder Aufgaben in der nächsten Woche auf euch zukommen. Und euch
dann eine, höchstens zwei herauszugreifen, auf die ihr euch ganz einlassen wollt, bei
der ihr ganz konzentriert, ganz präsent sein wollt.
Wer möchte, kann sich diese Situation auf einen kleinen Zettel schreiben oder ein
Erinnerungszeichen daran malen, und diesen Zettel dann mitnehmen und an eine
Stelle legen, wo er euch daran erinnert, dass ihr in dieser Situation ganz da sein wollt.
Zeit zum Nachdenken (und Schreiben) lassen, dabei ruhige Musik
Lied „Wünsche“
Glaubensbekenntnis (noch formulieren)
Fürbitten
L: Wir sind vor Gott da. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er da ist und uns hört,
wenn wir ihm nun unsere Bitten sagen:
1. Guter Gott, wir bitten dich für alle, die mit der Hektik des
Lebens nicht zurecht kommen: Lass sie Zeiten der Ruhe finden und
Menschen, bei denen sie zur Ruhe kommen können.
Gott, du bist da - Wir bitten dich erhöre uns
2. Guter Gott, wir bitten dich für alle, die in den Problemen unserer Zeit buchstäblich unter die Räder zu kommen drohen Lass sie Menschen finden, die ihnen helfen,
einen Weg zu finden und ihre Würde zu bewahren.
3. Guter Gott, wir bitten dich für alle Kinder und Jugendlichen, besonders für
die, für die kaum jemand Zeit hat: Lass sie Menschen finden, die ganz für sie
da sind und ihnen Zuwendung und Förderung schenken.
4. Guter Gott, wir bitten dich für alle, deren Beruf es ist, sich um andere zu
kümmern, für Ärzte und Pflegepersonal, Erzieherinnen und Lehrkräfte,
Seelsorger und Menschen in sozialen Berufen: Gib ihnen die Kraft, für den
Menschen, der sie gerade braucht, ganz da zu sein, und stärke immer wieder
neu ihre Motivation.
5. Guter Gott, wir bitten dich für uns selbst: Hilf uns, uns zu konzentrieren auf
das, was die Situation verlangt und auf den Menschen, der uns gerade
gegenübersteht.
L: Gott, du bist da, wo immer Menschen in Vertrauen und Hoffnung sich dir
zuwenden. Im Vertrauen darauf wollen wir unsere Wege gehen, heute, morgen und
allezeit. Amen.
Lied „Neue Wege“
Es können verschiedene Gegenstände in einer „Prozession“ zum Altar / zur Mitte
gebracht werden. Dazu wird jeweils eine kurze Erklärung gesprochen.
Ich bringe meine Terminkalender. Er hilft mir, meine Zeit zu planen. Aber ich
will auch darauf achten, sie nicht zu verplanen.
Ich bringe meine Armbanduhr. Ohne sie könnte ich kaum leben. Aber es ist
gut, wenn ich mir jeden Tag auch Freiräume gönne, wo ich nicht unter dem
Diktat der Uhr stehe.
Ich bringe mein Handy. Mit vielen Menschen stehe ich im Laufe eines Tages
in Kontakt. Ich will ihnen wirklich begegnen und nicht nur oberflächlich.
Ich bringe einen spannenden Roman. Im Lesen kann ich die Zeit vergessen -
warum nehme ich mir nicht öfter Zeit dafür?
Ich bringe Brot Wenn wir nach dem Gottesdienst dieses Brot miteinander teilen, dann ist das eine Zeit, in der wir ganz da sein und miteinander unsere Gemeinschaft feiern dürfen
Ich bringe diese Gebetsrolle. Es ist das Vater Unser, das wichtigste Gebet für uns Christen. So wollen wir dieses Gebet miteinander sprechen..
Gem. Vater Unser
Friedensgruß
Lied „Dennoch“
Schlussgebet:
Guter Gott, wir danken dir für diese Feier. Du hast uns beschenkt mit dieser Zeit,
die einfach für uns da war. Du warst da, wir waren da – und so durften wir
Gemeinschaft mit dir und miteinander erleben.
Sei bei uns auf unserem weiteren Weg und hilf uns, da wo wir sind, ganz da zu sein.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und unseren Herrn. Amen.
Segen
Herr, wie leben hier
- segne uns.
Du schickst uns in die Welt
- behüte uns.
Du gibst uns Aufgaben
- lass dein Angesicht über uns leuchten.
Wir versagen oft
- sei uns gnädig.
Wir fühlen uns oft allein
- erheb dein Angesicht auf uns.
Gib uns und der Welt Frieden.
So segne uns der gütige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
(Kurt Rommel)
Schlusslied: „Further we strech“